Der Ineos Grenadier ist das Erstlingswerk des britischen Chemiekonzerns Ineos unter Sir James Ratcliffe. Inspiriert vom klassischen Land Rover Defender entstand ein kompromissloser Geländewagen in traditioneller Bauweise: Leiterrahmen, Starrachsen, Verteilergetriebe mit Mitteldifferential sowie – optional – sperrbare Front- und Heckdifferentiale. Produziert wird das Fahrzeug im ehemaligen Smart-Werk in Hambach (Frankreich).
Mit 4,90 m Länge, 2,15 m Breite, 2,05 m Höhe und 2,92 m Radstand ist der Grenadier ein echter Koloss. Unter der Haube arbeiten BMW-Reihensechszylinder mit 3 l Hubraum – wahlweise ein Benziner (286 PS) oder ein Diesel (249 PS, 550 Nm). Die Kraftübertragung erfolgt über eine 8-Gang-Automatik. Der Diesel verbraucht rund 10–11 l/100 km, gespeist aus einem 90-Liter-Tank. Die Anhängelast beträgt 3,5 t bei einer Stützlast von 350 kg – Werte, die den Nutzfahrzeugcharakter unterstreichen.
Technische Partner wie Magna, ZF, Brembo und Eibach garantieren bewährte Qualität. Besonders praktisch: 450 kg Dachlast, Stromanschlüsse am Dach, modulare Befestigungssysteme an den Türen und ein abschließbares Fach im Ersatzrad. Das Ladevolumen reicht von 1.255 bis 2.088 l.
Innen zeigt sich der Grenadier funktional, aber hochwertig. Recaro-Sitze, echte Schalter statt Touch-Overload und ein 12,3-Zoll-Display mit Offroad-Funktionen schaffen eine robuste, zugleich moderne Atmosphäre. Apple CarPlay, Android Auto und zahlreiche Assistenzsysteme sind integriert – wenn auch etwas umständlich zu deaktivieren.
Fazit:
Der Grenadier ist ein kompromissloser Offroader mit hervorragender Geländekompetenz, hoher Verarbeitungsqualität und solidem Komfort. Schwächen zeigen sich bei der indirekten Kugelumlauflenkung, dem eingeschränkten Platz in der zweiten Sitzreihe und dem großen Wendekreis. Dennoch überzeugt das Fahrzeug als authentischer, haltbarer Geländewagen, der echte Abenteuer verspricht. Für rund 72.000 Euro bietet Ineos damit einen ehrlichen, technisch überzeugenden Neuanfang im klassischen Offroad-Segment.




