Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine ganz konkrete Herausforderung für Hersteller und Fuhrparkbetreiber. Strenge EU-CO₂-Grenzwerte erhöhen den Handlungsdruck – auch im Transportersegment. Mercedes-Benz begegnet dieser Aufgabe mit einem echten Klassiker in neuer Form: dem eSprinter. Und der zeigt eindrucksvoll, wie weit elektrische Nutzfahrzeuge inzwischen gekommen sind.
Optisch bleibt der eSprinter bewusst nah an den bekannten Dieselvarianten – ein Vorteil für alle, die auf Kontinuität setzen. Unter dem Blech arbeitet jedoch moderne Hochvolttechnik. Der Elektromotor sitzt an der Hinterachse und ist mit 136 oder 204 PS erhältlich. Beide Varianten liefern 400 Newtonmeter Drehmoment und sorgen für ein angenehm kraftvolles, gleichmäßiges Beschleunigen – auch bei voller Beladung.
Apropos Beladung: Je nach Länge und Dachhöhe bietet der eSprinter zwischen 11 und 14 Kubikmeter Ladevolumen. Das Hochdach misst 2,71 Meter, das Normaldach 2,33 Meter – damit bleibt er voll alltagstauglich für typische Logistik- und Handwerksanwendungen.
Ein zentrales Thema ist die Nutzlast. Die große 113-kWh-Batterie bringt zwar rund 780 Kilogramm auf die Waage, doch dank des gesetzlichen Gewichtsbonus von 750 Kilogramm wird aus dem 3,5-Tonner ein 4,25-Tonner – fahrbar mit Führerschein Klasse B. So sind bis zu rund 1.200 Kilogramm Nutzlast möglich.
Zur Wahl stehen drei robuste LFP-Batterien von CATL mit 56, 81 oder 113 kWh. Die Reichweite reicht von rund 200 bis zu 450 Kilometern WLTP, im Stadtverkehr mit Rekuperation sogar darüber. Geladen wird vorne unter dem Mercedes-Stern: AC mit 11 kW serienmäßig, optional 22 kW, DC mit bis zu 115 kW.
Der Mercedes eSprinter zeigt, dass Elektromobilität im Transportersegment nicht nur möglich, sondern praxisnah und überzeugend ist. Mit hoher Variantenvielfalt, ordentlicher Reichweite und spürbar hohem Fahrkomfort ist er für viele Einsätze bestens gerüstet – und hat das Potenzial, auch letzte Skeptiker zu überzeugen.




