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„Die Meinung der Fuhrparkleiter wird immer wichtiger“

Frankfurt, 17.12.19

Seit Dataforce „Autos zählt“ hat sich im Fahrzeugmarkt eine Menge getan. Was wird sich in 2020 ändern? Womit müssen Fuhrparkleiter rechnen? Und was will Dataforce im nächsten Jahr erreichen? Interview mit Dataforce-Geschäftsführer Marc A. Odinius.

Was sind aktuell die entscheidenden Einflüsse auf den Flottenmarkt? Welche Trends werden 2020 zum Tragen kommen?

Autonomes Fahren ist ein Zukunftsthema. Doch es wird dauern, bis derzeit rund 47 Millionen Pkws auf unseren Straßen autonom oder teilautonom unterwegs sein können. In den nächsten Jahren werden in Europa Elektrifizierung und Digitalisierung die beiden Hauptthemen sein.

Wir haben uns hier für den elektrischen Weg entschieden. Die Entwicklung wird durch die Chinesen beschleunigt. Sie eröffnet europäischen Autobauern zudem einen Exportmarkt. Doch andere Länder gehen andere Wege, wie beispielsweise Japan, die auf Wasserstoff setzen – das darf man nicht vergessen.

Ganz konkret: Kommt der Durchbruch von E-Autos und Hybride? Glauben Sie, dass sich die Einkaufsstrategie der Fuhrparkleiter ändert?

Der Trend zum Hybrid- und E-Fahrzeug wird sich rasant beschleunigen, wie wir uns das noch gar nicht vorstellen können. Das hat mehrere Gründe. Es ist politisch gewollt – wir haben eine hohe Incentivierung durch den Staat. Unternehmen können sich auf Subventionen einstellen. Und es funktioniert: Wir sehen es an den Zahlen – Plug-in Hybride gehen durch die Decke.

Der Trend wird sich verstärken, denn das Thema Nachhaltigkeit ist in den Köpfen der Menschen angekommen. Das heißt, die User Chooser fragen verstärkt E-Fahrzeuge oder Plug-in Hybride als Dienstfahrzeuge nach. Auf der Herstellerseite haben wir das besondere Phänomen, dass sie durch die EU-Grenzwerte unter Druck geraten sind.

Deshalb müssen sie die ökologischen Autos attraktiv machen, um hohe Strafen zu vermeiden. Es könnte somit für den Hersteller interessant sein, die Preise der E- oder Hybridfahrzeuge zu senken, um den Absatz zu steigern.

Die Ökologisierung der Flotte geht voran. Was bringt das für die Verantwortlichen mit sich?

Mit E-Fahrzeugen werden sich die Kosten im Fuhrpark ganz anders zusammensetzen. Flottenmanager müssen die Ladeinfrastruktur berücksichtigen ebenso wie die Stromkosten. Sie müssen regeln, wie das Aufladen bei der Arbeit und zuhause verrechnet wird. Bei den Restwerten gibt es noch Unsicherheiten, was sich zunächst in steigenden Leasingraten ausdrückt.
Die durchschnittliche Pendlerstrecke mit 20 bis 25 Kilometern ist für Plug-in Hybride ideal. Allerdings steht der Betrieb vor dem Problem, die Mitarbeiter zu motivieren, täglich das Auto aufzuladen, statt vergleichsweise teuer nur mit Benzin zu fahren.

Das heißt, Betriebe müssen ihre Car Policy anpassen. Da der Weg zur Arbeit bekannt ist, könnten Unternehmen beispielsweise für den einzelnen Angestellten festschreiben, wie viel Kilometer pro Jahr über Strom gefahren werden müssen. Ansonsten laufen sie Gefahr, dass ihnen die Kosten explodieren.

Wie sind Flottenmanager auf diese Veränderungen vorbereitet?

Das Problem ist, dass 90 Prozent der Fuhrparkleiter nicht hauptberuflich für den Fuhrpark zuständig sind. Sie arbeiten in der Personal- oder Finanzabteilung oder beispielsweise in der Disposition. Große Flotten mit mehr als 50 Fahrzeugen haben bezogen auf die CO2-Bilanz den geringsten Ausstoß von allen.

Sie achten auf die Kosten und haben deshalb in der Regel die kleinsten Autos. Das zeigt ganz klar, sie kümmern sich professionell um den Fuhrpark, die Leiter haben in der Regel eine fachspezifische Ausbildung und sind zertifiziert.

Anders sieht es in Firmen mit bis zu zehn und bis maximal 50 Fahrzeugen aus. Sie benötigen Unterstützung. Wir haben gerade in den letzten Studien gesehen, dass die wenigsten Verantwortlichen ihre Daten per Klick aufrufen können oder gar die Kosten pro Fahrzeug kennen und sie mit dem Vorjahr vergleichen können.

Wie unterstützen Sie die Fuhrparkleiter?

Wir schaffen Transparenz. Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, Informationen wieder an die Flottenmanager zurückfließen zu lassen. Denn es ist für uns keine Selbstverständlichkeit, dass Fuhrparkverantwortliche uns regelmäßig Auskunft geben.

Mit ihrer Hilfe erzeugen sie Markttransparenz und damit auch Transparenz für sich selbst. Herstellern oder Dienstleistern wird wiederum möglich, ihnen passendere Produkte anzubieten. Fuhrparkleiter sind nicht unsere direkten Kunden, doch sie sollen eine Gruppe werden, die in noch stärkerem Maße als bisher von unseren Daten profitieren.

Was stellen Sie sich konkret vor?

Wir stehen mit den Praktikern über unsere Umfragen im Austausch und merken, dass es einen enormen Dialogbedarf gibt. Im Moment erhalten sie unseren Newsletter mit kompakten Infos – ein wichtiges Element. Zudem helfen unsere Mitarbeiter im direkten Gespräch mit Informationen oder stellen benötigte Kontakte her. Das wollen wir ausbauen. Im kommenden Jahr werden wir mit der Konzeption einer Webseite starten, die gerade kleinere und mittlere Fuhrparks mit diversen Tools und Benchmarks unterstützt.

Beispielsweise?

Wir können uns eine Art Mini-Verwaltungssoftware vorstellen mit einer Reihe von ‘Helferlein’. So bedeutet etwa die Terminverwaltung für zehn Fahrzeuge einen hohen Aufwand, wenn man davon ausgeht, dass die Autos unterschiedliche Inspektionsintervalle haben, der Reifenwechsel organisiert werden muss, die Führerscheinprüfung nicht vergessen werden darf, etc.

Auch beim Reifenmanagement bietet sich ein Riesenpotenzial. Am Ende eines Leasingvertrages müssen Fuhrparkleiter klären, ob die bisherigen Winterreifen auf ein neues Fahrzeug passen oder sich alternativ um den Verkauf kümmern. Oftmals werden sie einfach vergessen.

Neben den Tools planen Sie, den Fuhrparks konkrete Daten zur Verfügung zu stellen. Wie kann das aussehen?

Für größere Unternehmen durchleuchten professionelle Fuhrparkoptimierer deren Flotten und geben Empfehlungen, wo konkret eingespart werden kann. Der Bedarf ist bei Firmen derselbe, egal, ob sie fünf oder 45 Fahrzeuge nutzen. An diesem Thema sind wir dran.

Wir wollen die erhobenen Daten auf einer Plattform über ein persönliches Kennwort zugänglich machen und damit Vergleichswerte zeigen – der Fuhrpark soll sofort sehen, ob bei ihm Handlungsbedarf besteht.
Das könnte zum Beispiel eine standardisierte Software leisten, über die ein Flottenmanager seine Daten eingibt und selbst sehen kann, wo er im Vergleich steht und um was er sich möglicherweise dringend kümmern muss. Das darüber nachweisbare Einsparpotenzial leistet sicherlich auch Argumentationshilfe gegenüber der Finanzabteilung im eigenen Unternehmen, wenn es um Investitionen geht.

Welche Schwerpunkte werden Sie bei Dataforce 2020 setzen?

Wir haben zwei Standbeine: Über IRIS® werten wir Zulassungsdaten aus und können damit die Ist-Situation beschreiben. Warum sie so ist, dafür befragen wir im Rahmen von FleetBase® die Fuhrparkleiter. Deren Meinung wird künftig wichtiger.

Wir planen mehr Umfragen. Deshalb bauen wir unser Callcenter personell aus und werden vermehrt Online-Befragungen durchführen. Parallel wollen wir 2020 erstmals Tiefeninterviews in Expertenrunden durchführen.

Welche Studien wird Dataforce 2020 vorstellen?

Ein wichtiges Thema ist New Mobility, die wir in unserer Großstudie „User Chooser“ abdecken. Fest stehen zudem die Tankkartenuntersuchung und die Leasinganalyse. Aktuelle Themen greifen wir über Fleetinsights, also Ad-hoc Befragungen, direkt auf.

Foto: © Adobe Stock / Yakobchuk Olena

Marc A. Odinius

ist seit Mitte 2019 alleiniger Gesellschafter der Dataforce. 1998 startete er im Unternehmen als Produktmanager.

Publikation nur unter Bekanntgabe der Quelle.

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