Die Restwerte von BEV-Transportern, eine allgemeine Einordnung
Während das Angebot an vollelektrischen Transportern vor etwa 10 Jahren noch sehr überschaubar war, eher sogar noch die absolute Ausnahme wie der Nissan NV200, bietet inzwischen jede Transporter-Marke jeweils eine elektrische Alternative in den Segmenten der kleinen, der mittleren sowie der großen Transporter an. Viel getan hat sich auch bei den verbauten Akkugrößen und den maximalen Reichweiten. So wurde der Mercedes-Benz E-Sprinter ab dem Jahr 2020 mit einer 55-kWh-Batterie angeboten, die eine Reichweite von 168 KM (WLTP) ermöglichte. Inzwischen kann die überarbeitete Variante mit einem 113-kWh-großen Akku mit einer Reichweite von 440 KM laut WLTP bestellt werden. Besonders bei den ersteren Varianten lag der Listenneupreis für die vollelektrische Variante noch spürbar über dem der vergleichbaren Dieselvariante. Aufgrund des Mehrpreises und der sehr überschaubaren Reichweiten blieben auch die Verkaufszahlen sehr überschaubar. In der Folge gelangten nur wenige Exemplare auf den Gebrauchtwagenmarkt, es ergab sich ein niedriges, jedoch stabiles Restwertniveau.
Die weitere Entwicklung der Restwerte von BEV-Transportern
Nicht nur Mercedes steigerte die Batterieeffizienz bzw. Batteriegröße seiner Transporter, sondern auch andere Hersteller zogen nach, waren praktisch sogar dazu gezwungen, um einigermaßen konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Entwicklung reduzierte die Attraktivität der Fahrzeuge mit den geringen Reichweiten enorm und somit fielen ihre Restwerte deutlich ab. Ein weiterer Abfall droht, wenn die nächste Generation mit nochmals verbesserter Reichweite auf den Markt kommt.
Ein weiterer entscheidender Faktor für den Restwert liegt in der Listenpreis-Politik der Hersteller. So wurde der Listenpreis des Mercedes E-Sprinters immer weiter angehoben. Der Listenpreis mit dem großen 113-kWh-Akku beginnt bei 95.260 Euro (brutto) und liegt damit weiterhin deutlich über den Preisen der Dieselvarianten.
Der Konkurrent Stellantis hingegen steigerte die Reichweite seines vergleichbaren Angebots Peugeot E-Boxer und der baugleichen Schwesternfahrzeuge innerhalb des Konzerns von ursprünglich 250 KM auf bis zu 420 KM (WLTP) und senkte gleichzeitig den Einstiegspreis um 13.000 Euro auf nun 64.260 Euro (brutto).
Da in der Welt der Transporter Nützlichkeit und Wirtschaftlichkeit bei den Käufern im Vordergrund stehen und anders als bei PKWs das Markenimage eine untergeordnete Rolle spielt, spiegeln sich die hohen Listenpreise der teureren Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt nicht wider. In der Folge sind die prozentualen Restwerte des E-Sprinters weiterhin sehr gering, der günstigere E-Boxer erweist sich bei der Prozentbetrachtung deutlich wertstabiler. Im Vergleich mit dem teureren, alten E-Boxer verringert sich der Wertverlust dadurch deutlich.



