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Effizientes Flottenmanagement

Frankfurt, 27.05.26

Effizientes Flottenmanagement

Effizienz ist keine absolute Größe. Es sind in erster Linie die Vorgaben des Entscheiders, die eine wichtige Rolle spielen und den Korridor, in dem sich Effizienz abspielen kann, bestimmen.

Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, hängt von den individuellen Bedürfnissen und firmenpolitischen Beschränkungen der jeweiligen Organisation ab. Häufig sind es gerade die spezifischen Regularien, die der effizienten entgegenstehen oder der Gestaltung Grenzen setzen. Marken werden eingeschränkt, Auswahl von Aufbau- und Antriebsarten und Ausstattungen werden bestimmt oder ausgeschlossen. Diese Leitplanken sind firmenpolitisch sicher sinnvoll, limitieren aber häufig eine Optimierung.

Selbstverständlich gibt es aber trotz der Einschränkungen Kostenfaktoren, die jeder Fuhrpark für sich optimal gestalten kann. Die Kosten, die durch den Betrieb des Fuhrparks entstehen, sind natürlich erheblich und bieten Potenzial, an der Kostenschraube zu drehen.

Unser Augenmerk in diesem Beitrag gilt in erster Linie dem Wertverlust, da er in der Regel den größten Kostenfaktor darstellt, sollte er auch die meiste Aufmerksamkeit erhalten.

Eine Vorbemerkung zur Beurteilung und Bewertung der Aussagen ist wichtig. Der Erfolg des Wiederverkaufs wird üblicherweise in EUR gemessen, aber es ist natürlich nicht nur der Verkaufspreis des Gebrauchten, sondern auch die Kosten, verursacht durch die Standzeiten, spielen häufig eine erhebliche Rolle. Es braucht keinen Spezialisten, um festzuhalten, dass die Attraktivität des gebrauchten Fahrzeugs über die Geschwindigkeit des Verkaufs entscheidet.

Die richtige Ausstattung

Wichtiger Aspekt beim Verkauf des gebrauchten Fahrzeugs ist die Ausstattung.

Sie muss bezüglich moderner Technologien und Features den Erwartungen des Gebrauchtwagenkunden entsprechen. Die Erwartungen der Gebrauchtwagenkunden hängen von verschiedenen Aspekten ab. Fragen wie: In welchem Segment ist das Fahrzeug angesiedelt oder welche Bedeutung hat das Image des Herstellers auf die Höhe des Restwertes oder auch die Frage nach dem Verhalten der Trendsetter?

Die Ansprüche und Erwartungen verändern sich kontinuierlich innerhalb und auch über die Segmente hinweg. Dies geschieht in der Regel kontinuierlich, aber man sollte schon auch genau hinschauen und sich bei der Bewertung neuer Features immer wieder die Frage stellen, wer denn das gebrauchte Fahrzeug kaufen soll und inwiefern das Alter und die Laufleistung zusammen mit der Ausstattung das Fahrzeug beim Wiederverkauf interessant bzw. uninteressant machen. Überausgestattete Fahrzeuge, sogenannte «Christbäume», sind bekanntermaßen Restwertkiller und Sparbrötchen sind Ladenhüter; beide Garanten für schlechte Restwerte.

Das Gesamtpaket entscheidet über den Verkaufserfolg und damit auch über den Wertverlust. Treten beispielsweise die angebotenen Fahrzeuge aufgrund ihrer kurzen Laufzeit und geringeren Laufleistung gegen Neufahrzeuge in Konkurrenz oder sind sie aufgrund hoher Laufleistung für Käufer mit eher geringeren zukünftigen Laufleistungserwartungen kombiniert mit längerer Haltedauer geeignet?  Die richtige Ausstattung für die Bedürfnisse des Zielkunden ist ein wichtiges Kriterium.

Die Erwartungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind vielfältig und sie unterscheiden sich von der Entscheidungsfindung bei der Neuwagenentscheidung. Die Aussage, dass Fahrzeuge, die als Neue gehen, sich auch gebraucht verkaufen, trifft heute nicht mehr so ganz zu. 

Der Modellwechsel

Neben allgemeinen Überlegungen bezüglich der Ausstattung sollte die Haltedauer in einem vernünftigen Verhältnis zur Laufleistung stehen. Ein häufig unterschätzter Einflussfaktor ist der zusätzliche Wertverlust, der dann eintritt, wenn das Fahrzeug bereits durch seinen Nachfolger auf dem Neuwagenmarkt ersetzt oder in naher Zukunft ersetzt werden soll. Abhängig von der Marke, dem Segment und natürlich von der Bedeutung des Nachfolgers und der Dimension der Veränderungen können die Einbußen erheblich sein. Es gibt Marken, bei denen die Aufmerksamkeit der Verbraucher, nicht zuletzt durch die Medien getrieben, höher ist als bei solchen Marken, die eher unter dem allgemeinen Aufmerksamkeitsradar unterwegs sind.

Restwertentwicklung mit und ohne Einflüsse

Auch ein geplanter Modellwechsel kann sich verschieben. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Wichtig ist, dass es nicht unberücksichtigt bleibt. Unabhängig vom Modellwechsel kann es auch zu unerwarteten Verwerfungen im Restwertverlauf kommen, die durch technische Probleme bei einer Motorvariante auftreten können, oder die technologische Entwicklung schreitet schneller voran, als es erwartbar war.

Weitere Faktoren

Auch der Gesetzgeber kann mit Änderungen der Besteuerung, mit Bonus bzw. Malus oder mit Förderungen eingreifen. Für alle diese Aspekte gibt es Beispiele aus der Vergangenheit. Das Erkennen und frühzeitige Berücksichtigen solcher Einflüsse und die daraus resultierenden Änderungen in den Zulassungsmengen sind ein weiterer gewichtiger Aspekt für die Restwertentwicklung.

Häufig stehen diese Vorgänge bezüglich der Restwertentwicklung in Konkurrenz zueinander.

Die Isolierung und die Bewertung der einzelnen Faktoren und die Zusammenfassung zu einem Korrekturfaktor ist also eine wichtige Aufgabe einer Prognose. Elementar für die Vorhersage der Entwicklung der Restwerte ist es, zu erkennen, welche Ereignisse in welchem Ausmaß in der Zukunft und welche zwar in der Gegenwart, aber nur bedingt in der Zukunft eine tragende Rolle spielen werden.

Die Entwicklung der Fahrzeugsegmente kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die Affinität zu Aufbauarten hat sich in der Geschichte des Automobils ständig verändert. Die Veränderungen kommen in der Regel aber eher evolutionär und somit in Zeiträumen von drei bis fünf Jahren ganz gut vorhersehbar.

Auch die Absatzkanäle spielen eine wichtige Rolle für den Erfolg bei der Vermarktung und dabei ist auch die Tatsache im Auge zu behalten, dass jeder Kanal durch ein zu großes Angebot einer gleichen Art von Fahrzeugen mit gleichen Merkmalen wie Alter, Kilometer oder Ausstattung überlastet werden kann. Häufig findet man im Netz ganze Kolonnen identischer Fahrzeuge im Angebot. Und gerade im Netz werden diese Schwerpunkte schnell für jeden sichtbar und für die Anbieter zur Belastung. Ein Diffundieren größerer Mengen wäre für den Restwert förderlich. Klingt banal, aber ein Blick in die Portale lässt einen oft überrascht zurück. Gerade kleinere Anbieter sollten aufpassen, dass sie nicht im Kielwasser der Großen fahren, sondern sich sowohl inhaltlich als auch zeitlich abgrenzen.

Die Fuhrparks verfügen mittlerweile über die Informationen, die eine Steuerung der Nutzung bezüglich der Laufleistung ermöglichen. Damit kann eine unausgewogene Nutzung des Fuhrparks verhindert werden. Es ist ärgerlich, wenn die Laufleistung einzelner Fahrzeuge weit über der Planung und andere deutlich darunter liegt.

Ein intensiver Austausch mit erfahrenen Spezialisten unterstützt dabei, die speziellen Anforderungen des eigenen Fuhrparks, die aktuelle Situation, die zukünftigen Risiken und Möglichkeiten möglichst effizient zu gestalten und frühzeitig in die Planung einzubeziehen.

Foto Titel: © Adobe Stock / anissaikat

Foto Autor: © bähr & fess forecasts GmbH

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