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Größtenteils trüber Ausblick für das Jahr 2020

Frankfurt, 10.03.20

Neben Deutschland konnten 2019 auch einige andere europäische Länder neue Bestwerte im Relevanten Flottenmarkt aufstellen, so zum Beispiel Frankreich und Spanien. Allerdings sind die Aussichten für 2020 größtenteils weniger rosig als noch im Vorjahr.

 

Starke Ergebnisse 2019 in verschiedenen europäischen Märkten

Im Schatten des sehr guten Ergebnisses des deutschen Pkw-Markts konnten 2019 weitere europäische Länder ein herausragendes Zulassungsresultat erreichen. In Frankreich beispielsweise übertraf der Gesamtmarkt die Grenze von 2,2 Millionen Pkw Neuzulassungen, womit das laut Dataforce Statistiken drittbeste Ergebnis erreicht werden konnte. Und auch der französische Flottenmarkt stellte mit etwas mehr als 540.000 Neuzulassungen (+ 13,6 %) einen neuen Jahresrekord auf. Ein weiteres gutes Jahr für Flotte verbuchte außerdem Spanien. Zwar musste der Gesamtmarkt einen Rückgang um 4,3 Prozent hinnehmen, das Segment der Firmenkunden (wobei ein Teil auch private Leasingnehmer sind) wuchs dagegen um 5,8 Prozent auf etwas weniger als 310.000 Neuzulassungen. Seitdem Dataforce in Spanien den Relevanten Flottenmarkt von anderen kommerziellen Kanälen trennen kann (seit 2008), erreichte dieses Segment damit zum ersten Mal mehr als 300.000 Neuzulassungen.

 

Trüber Ausblick für Frankreich

Obwohl sich das Geschäfts- und Konsumklima aufgrund der internen politischen Schwierigkeiten, wie den Protesten gegen die Regierungsreformen, und der Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums deutlich abkühlte, blieben französische Unternehmen krisenresistent und investierten weiter in den Ausbau ihres Flottenbestands. Da eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen der EU und den USA aber immer noch droht und US-Präsident Trump bereits Frankreich bezüglich möglicher Zollerhöhungen ins Visier genommen hat, bleiben diese negativen Faktoren auch 2020 bestehen. Dabei ist zu erwarten, dass sich diese Effekte in dem aktuellen Jahr stärker auswirken werden als noch 2019 und damit die Nachfrage nach neuen Pkw entsprechend nachgeben wird.

 

Der Haupttreiber einer schwächeren Entwicklung ist aber vor allem die Anpassung des Bonus-Malus Systems, welches aufgrund von Vorzieheffekten zu Friktionen in den monatlichen Neuzulassungs-statistiken führt oder bereits geführt hat. Seit Januar wird ein Malus von mindestens 50 Euro bei der Zulassung eines Pkw ab 110 g CO2/km fällig. Die Strafen können sich sogar auf 20.000 Euro summieren (ab 185 g CO2/km), was fast einer Verdopplung im Vergleich zu dem maximalen Malus von 10.500 Euro 2019 entspricht. Außerdem wird die Berechnungsgrundlage ab März von NEFZ 2.0 zu WLTP wechseln. Strafzahlungen starten dann ab 138 g CO2/km, der Maximalbetrag wird ab 212 g CO2/km fällig. Die meisten Pkw-Käufer werden deshalb versucht haben, ihren Pkw noch 2019 zuzulassen, weshalb Dataforce eine schwächere Nachfrage 2020 erwartet. Der Gesamtmarkt wird voraussichtlich um 3,8 Prozent nachgeben, der Relevante Flottenmarkt sogar um 7,1 Prozent.

 

Stagnierender spanischer Markt

Trotz eines zur Gesamt-EU überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums, lässt auch in Spanien die Entwicklungsdynamik nach. Schon 2019 schwächelte die Pkw-Nachfrage. Allein Leasing und Langzeitmiete (LTR) waren die Nachfragemagneten des Pkw-Markts und damit des Relevanten Flottenmarkts, während die klassisch finanzierten und gekauften Firmen-Pkw sogar einen Rückgang hinnehmen mussten. Auch die größer werdende Beliebtheit dieser Form der Pkw-Nutzung unter Privatkunden beschleunigte den Zulauf. Gerade in Zeiten, die geprägt sind von nachlassenden wirtschaftlichen Dynamiken und Unsicherheiten bezüglich der Kraftstoffwahl, stellt Leasing/ LTR eine gute Alternative dar, welche eine hohe Kostentransparenz und eine begrenzte Vertragslaufzeit bietet.

 

Größere Friktionen werden zum Jahresende hin den Markt beeinflussen. Denn bei der Neuzulassungssteuer werden ab Januar 2021 die WLTP CO2 Werte anstatt NEFZ als Berechnungsgrundlage verwendet werden. Um höhere Zahlungen zu vermeiden werden Käufer deshalb versuchen, ihr Auto noch in dem aktuellen Jahr zuzulassen, wodurch es zum Jahresende hin nochmal deutliche Wachstumssteigerungen geben wird. Dadurch wird der Relevante Flottenmarkt sein erwartetes Jahresergebnis für 2020 um 3,5 Prozent im Vergleich zu 2019 steigern können, während der Gesamtmarkt knapp unterhalb des Vorjahresniveaus rangieren wird (- 0,6 %).

 

Das Neuzulassungsniveau in Deutschland normalisiert sich

Für 2020 wird erwartet, dass der deutsche Relevante Flottenmarkt auf ein etwas niedrigeres Niveau als im Vorjahr zurückkehren wird. Die Nachfrage scheint zunächst gesättigt, wird aber von einigen Ersatzkäufen weiter auf einem sehr hohen Niveau gehalten, die aus der stetigen Erweiterung der Fuhrparkbestände in den letzten Jahren resultiert. Außerdem war der Markt 2019 auch von einigen einmaligen Sondereffekten, wie taktischen Zulassungen geprägt, die die Zahlen über das übliche Niveau gehoben haben. Da diese 2020 vermutlich eher zurückgefahren werden, wird sich die Nachfrage normalisieren und auf einem niedrigeren Niveau einpendeln. Außerdem wird sich der Kraftstoffmix verändern. Durch die nochmals reduzierte Steuer des geldwerten Vorteils von Elektrofahrzeugen und der im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern weiterhin halbierten Rate bei Plug-in Hybriden könnte ein Teil der derzeitigen Dienstwagenfahrer zu den (teil-)elektrifizierten Modellen wechseln. Das wird dadurch verstärkt, dass Hersteller sukzessive ihre Angebotspalette um E-Fahrzeuge und Plug-in Hybride erweitern.

 

Außerdem stellt für die Prognose das derzeit global grassierende Corona-Virus ein weiteres Risiko dar. Sollten wirtschaftliche Prozesse noch längere Zeit gestört werden, werden Lieferschwierigkeiten aufgrund gestörter Pkw-Produktionsabläufe auftreten, was die entsprechenden Neuzulassungsvolumina nach hinten schiebt und die Prognose für das aktuelle Jahr verringert.

Publikation nur unter Bekanntgabe der Quelle.

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