IAA: Plattform für E-Autos und digitale Services

Frankfurt, 24.09.19

Angesichts der aktuellen Diskussionen rund um Diesel, CO2-Steuer oder autonomes Fahren wurde mit Spannung erwartet, welche Schwerpunkte Autohersteller auf der IAA präsentieren und damit zeigen, welche Entwicklungen sie voran treiben. Was kommt auf Fuhrparkmanager zu? Unsere Dataforce-Experten haben das Aufgebot an Superlativen und blitzendem Chrom auf sich wirken lassen und ganz persönliche Eindrücke mitgebracht.

Diesel kontra Elektroauto?
Diesel-Fahrzeuge werden als Arbeitstier für den Langstreckeneinsatz weiterhin gebraucht und sind die nächsten Jahre noch unverzichtbar, ist sich Benjamin Kibies sicher. „Doch die IAA zeigt ganz klar das schnelle Bestreben aller Autobauer genau das zu ändern“, nimmt Stefan Behringer wahr. Bestes Beispiel sei VW. Die „normale“ Modellpalette wurde komplett ignoriert und war nicht Bestandteil der Präsentation. Stattdessen imponierte VW am Stand mit zehn ihrer neuen Elektroautos ID3, einem E-Golf und drei E-Ups. „Mit dem ID3 hat VW aus meiner Sicht eine echte Chance ein sehr hohes Volumen an verkauften Einheiten zu generieren. Der Einstiegspreis von 30.000 Euro ist attraktiv, das Design reiht sich in den Golf ein und der Wagen bietet Platz“, zählt Behringer die Vorteile auf. „Tesla wird es mit einem Model 3 dagegen schwer haben.“ Denn neben Honda stehen auch viele andere Hersteller bereits in den Startlöchern.

Kommt der Elektroboom?
„Der Elektroboom ist längst da, wenn man über den deutschen Tellerrand hinausblickt“, darauf weist Benjamin Kibies hin. „Auch hierzulande wird der Marktanteil schneller ansteigen als von vielen erwartet. Doch die Elektromobilität ist kein Allheilmittel. Ein 2,5-Tonnen SUV wird nicht plötzlich umweltfreundlich, weil es einen E-Motor hat.“

Das Tempo der Entwicklung hängt in Deutschland unter anderem ab vom Aufbau der Infrastruktur, gibt Claudia Articek zu bedenken. Ebenfalls ganz wesentlich sind steuerliche Begünstigungen für Dienstwagen. „Damit hat jeder User Chooser einen direkten Vorteil. Jetzt müssen nur die Restwerte passen und die Fahrzeuge einen attraktiven Total Cost of Ownership im Vergleich zu einem Diesel aufweisen“, so Stefan Behringer.

Bleiben Alternative Antriebsarten oder Hybride eine Nische?
Hybride werden die Lücke zwischen E-Fahrzeugen mit geringerer Reichweite und den Verbrennern schließen, sind sich die Experten sicher. „Der Fahrer muss nicht auf ,einen großen Boliden‘ verzichten und kann von seinem bisherigen Diesel-Fahrzeug nahtlos auf ein Plug-In-Hybrid des gleichen Modells umsteigen“, erklärt Behringer. Ein zusätzliches Argument: die steuerliche Förderung.
Doch Hybrid ist nicht alles. „Interessant war zu sehen, dass Modelle mit anderen Kraftstoffarten wie Erdgas präsentiert wurden. Mit entsprechender preislicher Gestaltung können sie für Kunden eine ernsthafte Alternative im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern darstellen“, ist Nils Wehner überzeugt.

Auf dem Weg zum selbstfahrenden Fahrzeug?
Die Idee hat ihren Reiz und wirkt wie greifbare Science Fiction. Noch waren autonome Autos ausschließlich als Konzeptauto auf der Messe vertreten, berichtet Claudia Articek. Benjamin Kibies sieht „vielversprechende Ansätze. Damit sich diese Funktionen durchsetzen können, braucht es aber weltweite Industriestandards – und die sind noch in weiter Ferne“. Mercedes legt vor, beeindruckte zum Messeauftakt mit dem selbstfliegenden Volocopter. Während der Messetage bot der Mercedes-Parcour mit 15-minütiger Führung rund um das Thema selbstfahrende und conntected cars einen ersten handfesten Eindruck. „Dabei wird die Diskussion um die Kommunikation der Autos untereinander und um neue Sicherheitskonzepte aufkommen“, ist sich Claudia Articek sicher. Auf der Messe wurde das Thema Datenschutz zunächst ausgeblendet.

Vernunft und Umweltverträglichkeit contra Spaß?
Aufgrund der CO2-Flottenziele und den drohenden Strafzahlungen ab 2021 führt für die Hersteller kein Weg an alternativen Antrieben vorbei, ist Nils Wehner überzeugt. Nachhaltige Mobilität wird sich in der Breite nur durchsetzen, wenn beispielsweise Unternehmen vom Gesetzgeber über eine CO2-Steuer oder Emmissionshandel dazu gezwungen werden, mutmaßt Benjamin Kibies.

Trotz aller Klimaziele, die Erwartung der Fahrer steht – ein Auto muss Spaß machen. „Der Anspruch wird steigen, da müssen sich die deutschen Hersteller warm anziehen“, ist Stefan Behringer überzeugt. Die Möglichkeiten sind vielfältig, zum Beispiel die Individualisierbarkeit des Innenraums. Ein wichtiger Fun-Faktor neben Assistenzsystemen ist die zunehmende Bandbreite an „fancy“ Cockpit-Funktionen, beobachtete Claudia Articek.

 

Foto: © Dataforce

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