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Kauf oder Leasing: Der Markt ist in Bewegung

Frankfurt, 26.09.18

Beim Thema Kauf oder Leasing von Dienstwagen scheint sich in Unternehmen wenig zu tun. Die Quoten für geleaste PKW und Transporter wirken in den vergangenen Jahren stabil. Doch es gibt seit Jahren kleine Veränderungen, die sich zu einem Trend verdichten. Dataforce zeigt die Entwicklung in ihrer aktuellen Analyse „Leasing 2018“ auf.

Betrachtet man die Quote der Leasing-Pkw bezogen auf die Gesamtanzahl aller Dienstfahrzeuge, so fallen zwei Zahlenpaare ins Auge: In kleinen Flotten steigt von 2016 auf 2017 die Quote der geleasten Fahrzeuge von 41 Prozent auf 44 Prozent, während in Großflotten die Quote von 65 Prozent auf 62 Prozent rückläufig ist. „Ein Rückgang von drei Prozent in dieser Größenklasse ist signifikant, denn dahinter stehen große Zahlen“, erläutert Dataforce-Analyst Stefan Behringer.

Eine analoge Entwicklung zeigt sich mit etwas geringerem Ausschlag bei Transportern. Auch hier steigt der geleaste Anteil bei kleinen Fuhrparks von 22 Prozent auf 23 Prozent, während er bei umfangreichen Flotten von 35 Prozent um zwei Prozent fällt und 2017 einen Anteil von nur noch 33 Prozent erreicht. Diese Tendenz wird noch deutlicher, wenn man die Zahlen ab 2013 mit einbezieht. Beispiel Pkw: Die Quote der geleasten Dienstfahrzeuge lag bei Unternehmen bis zu neun Fahrzeugen bei 41 Prozent, fünf Jahre später bei 44 Prozent. Bei großen Flotten sank der Anteil gar von 75 Prozent auf 62 Prozent. Für diese Bewegungen gibt es Gründe.

1. Der Markt ändert sich

„Mobilität ist nicht mehr nur eine Frage von Diesel oder Benziner – der Markt ist in Bewegung. Die Bandbreite an mobilen Möglichkeiten nimmt zu. Heute ist eine BahnCard 100 statt eines Dienstwagens ebenso denkbar wie ein E-Fahrzeug oder ein Dienstrad“, erläutert Behringer. Vor allem professionell aufgestellte große Flotten seien offen, neue Varianten auszuprobieren. Auch die dauerhaft niedrige Zinssituation habe in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass große Fuhrparks sich vermehrt für den Kauf und eigenes Management entschieden hätten.

2. Breiteres Leasingangebot

„Noch vor fünf Jahren hatten manche Leasinganbieter kleine Flotten gar nicht im Blick. Wer als Unternehmer für fünf Fahrzeuge anfragte, hat häufig lediglich ein Standardangebot erhalten. Das hat sich grundlegend geändert. Auch die großen Leasinggesellschaften der Hersteller wie VW, Mercedes und BMW haben mittlerweile oft Pakete für kleine Flotten aufgelegt oder ausgebaut“, erklärt Stefan Behringer.
Auch dafür gibt es Zahlen in der Dataforce-Studie. Betrachtet man die Durchdringung des Marktes (Pkw und Transporter), so liegt die Volkswagen Financial Services AG unter den markengebundenen Leasing-Anbieter seit Jahren ganz vorn. Sie erreichen bei der Größenklasse 5 bis 9 Fahrzeuge eine Spitzenquote von 47 Prozent. Das steigert sich bei mittelgroßen Flotten auf 61 Prozent bis hin zu 65 Prozent bei Flotten mit 100 und mehr Autos.
Bei der Mercedes-Benz Bank AG liegen die Anteile für die drei Fuhrparkgrößenklassen dichter beieinander. Sie erreichen 18 Prozent (5 bis 9 Fahrzeuge), 20,8 Prozent (10 bis99 Fahrzeuge) und 18,5 Prozent (100 und mehr Fahrzeuge). Auf Rang drei folgt die BMW Bank GmbH. Sie ist wie Mercedes in der mittleren Fuhrparkgröße mit 17,4 Prozent am stärksten vertreten. Danach folgen die kleinen Flotten mit 15,3 Prozent und die großen mit 11 Prozent.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den unabhängigen Leasing-Anbietern. Sie legen ihren Schwerpunkt in der Regel auf die großen Fuhrparks. Spitzenreiter ALD AutoLeasing D GmbH erreicht hier 20 Prozent. Einen noch höheren Anteil erreicht auf Platz 3 die Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH mit 31 Prozent. Die Arval Deutschland GmbH (Rang 7) sind in großen Flotten mit 12 Prozent vertreten, die Deutsche Leasing AG mit 12 Prozent und die LeasePlan Deutschland GmbH mit 10 Prozent.

Änderungen durch IFRS 16 noch selten eingeplant

„Es wird interessant, wie sich das Bild mit Inkrafttreten der Reform der Leasingbilanzierung zum 1. Januar 2019 nach International Financial Reporting Standards, kurz IFRS 16, ändert“, erklärt Stefan Behringer. Dataforce hat zu dieser Frage Verantwortliche in Fuhrparks mit mehr als 20 Fahrzeugen, die zum Teil geleast sind, befragt. Nahezu jeder zweite Verantwortliche kann nicht sagen, ob im eigenen Unternehmen eine Leasingbilanzierung bereits nach IFRS 16 erfolgt. Die Zuständigkeit liegt zwar in der Regel woanders, dennoch scheint die Kommunikation innerhalb der Gesellschaften verbesserungswürdig zu sein. In knapp 14 Prozent der Betriebe wird schon nach IFRS 16 bilanziert. Dabei zeigt sich das erwartete Bild: Je größer eine Flotte, umso eher wird nach dem internationalen Standard gearbeitet.

Ab 1. Januar 2019 wird es nicht mehr möglich sein, nur die sogenannten Operating-Lease-Kosten zu bilanzieren. Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit etwa müssen erfasst werden. Aus Abschreibung und Zinsaufwand ergibt sich der Leasingaufwand. Diese Veränderung bewirkt beispielsweise eine Erhöhung der Verschuldungsquote sowie eine Reduzierung der Eigenkapitalquote. „Das könnte bedeuten, dass mancher Fuhrpark seine Leasingverträge zurückfährt“, so Behringer. Doch entsprechend der Untersuchung von Dataforce wissen aktuell 42 Prozent der Befragten die möglichen Auswirkungen der Reform nicht einzuschätzen.

Das Studiendesign

I. FleetBase®:
• Methodik: CATI, jährliche Befragung, sehr hohe Fallzahl
• Alle Fuhrpark-Profile aus dem Jahr 2017 mit mindestens 5 Fahrzeugen im Fuhrpark, befragte Fuhrparkleiter: 23.672

• Ausnahme: für die Berechnung der Leasing-Quoten 2017 wurden bereits Fuhrpark-Profile mit mindestens 1 Pkw und/ oder Transporter im Fuhrpark berücksichtigt, befragte Fuhrparkleiter: 43.030

II. FleetInsight:
• Methodik: CATI, Ad-hoc-Befragungen, Fallzahlen nach Bedarf
• Leasing exklusiv, Umfragezeitraum: 08.06.-11.07.2018, befragte Fuhrparkleiter: 730
• Services & Dienstleistungen, Umfragezeitraum: 05.06.-26.07.2018, befragte Fuhrparkleiter: 1.217

Foto ©WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com


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