Die E-Mobilität bringt nicht nur ökologische Vorteile oder Steuererleichterungen für Dienstwagenfahrende, sondern auch neue Herausforderungen für Fuhrparkverantwortliche. Während Verbrennerflotten über Jahrzehnte hinweg eingespielte Prozesse ermöglichten, erfordert der Umstieg auf E-Fahrzeuge Anpassungen. Unsere neueste Dataforce Studie zum Thema zeigt: Ein Viertel der Fuhrparkverantwortlichen findet die Anschaffung und Verwaltung von E-Fahrzeugen aufwendiger als in Verbrennerflotten; in großen Fuhrparks ab 50 Fahrzeugen stimmen sogar 35 Prozent dieser Aussage zu.
Aber was genau macht den erhöhten Aufwand aus? Ein zentrales Thema ist selbstverständlich die Ladeinfrastruktur. Fuhrparkmanager und Fuhrparkmanagerinnen müssen nicht nur geeignete Ladepunkte am Unternehmensstandort planen und betreiben, sondern auch die Nutzung öffentlicher Ladeinfrastruktur koordinieren. Die Abrechnung von Ladevorgängen – insbesondere bei Dienstfahrten mit privater Heimladung – ist komplex und erfordert neue Tools und Schnittstellen.
Das Laden am Wohnort der Mitarbeitenden stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. Da ist es kein Wunder, dass die meisten Fuhrparkverantwortlichen hier einen erhöhten Mehraufwand in der Abrechnung sehen. Wo früher eine Tankkarte ausgereicht hat, müssen heute zusätzlich zu Ladekarten auch Möglichkeiten geschaffen werden, das Fahrzeug über das private Stromnetz zu laden. Mehr als ein Drittel der Unternehmen beteiligen sich dabei an den Kosten für die Wallboxen ihrer Mitarbeitenden. Bei der Abrechnung rechnen mehr als die Hälfte der Unternehmen den Strom nach der exakten Ladeleistung ab. 20 Prozent gewähren einen monatlichen Pauschalbetrag und bei weiteren 20 Prozent müssen die Beschäftigten die Kosten für das Laden am Wohnort selbst tragen. Für die Dokumentation der Ladeleistung nutzen übrigens die wenigsten Unternehmen bereits automatisierte Prozesse wie beispielsweise Wallboxen mit Nutzererkennung, viele verlassen sich noch auf manuelle Dokumentation, was den Verwaltungsaufwand zusätzlich erhöht.
Neben Lademanagement und der damit verbundenen erhöhten Bürokratie wird von den Fuhrparkverantwortlichen besonders häufig noch die Kilometer- und Verbrauchserfassung erwähnt. Was sonst beim Tankvorgang über die Tankkarte automatisch erfasst wurde, muss jetzt individuell nachgefragt werden.
In einigen Unternehmen wird jetzt durch die begrenzte Reichweite vieler E-Fahrzeuge, speziell bei E-Transportern, eine präzisere Einsatzplanung notwendig. Streckenprofile, Ladezeiten und Standorte müssen stärker berücksichtigt werden, was die Disposition aufwendiger gestaltet.
Zu guter Letzt wird auch mehr Mitarbeiterschulung notwendig, was immerhin noch gut 20 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen als Grund für den Mehraufwand bei E-Fahrzeugen angeben. Sei es im Umgang mit der Technik, beim Laden oder im Hinblick auf Reichweitenoptimierung. Die Kommunikation zwischen Fuhrparkmanagement und Nutzern wird dadurch intensiver und zeitaufwendiger.
E-Fahrzeuge verändern den Fuhrpark also nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch. Der Verwaltungsaufwand steigt – zumindest in der Übergangsphase – deutlich an. Langfristig können jedoch digitale Lösungen und standardisierte Prozesse helfen, die Komplexität zu reduzieren und die Vorteile der Elektromobilität voll auszuschöpfen.
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