Weniger Nachhaltigkeitsbürokratie ändert nichts an der Aufgabe: Unternehmen müssen Emissionen senken, Kosten beherrschen und passende Mobilitätsangebote schaffen. Entscheidend sind Daten, die konkrete Entscheidungen ermöglichen.
Wie wirtschaftlich ist die Flotte? Welche Fahrzeuge lassen sich elektrifizieren? Und welche Alternativen erleichtern Beschäftigten den Arbeitsweg? Wer betriebliche Mobilität nachhaltig gestalten will, braucht belastbare Antworten – unabhängig von gesetzlichen Berichtspflichten.
Dabei reicht der Blick auf den Dienstwagen nicht aus. Poolfahrzeuge, Geschäftsreisen und Pendelverkehr gehören ebenfalls in eine Mobilitätsstrategie. Mobilitätsangebote beeinflussen neben Emissionen und Kosten auch die Zufriedenheit der Beschäftigten und die Arbeitgeberattraktivität. Nachhaltigkeit verbindet damit ökologische, soziale und unternehmerische Ziele. Dataforce wird auf der NaKoBeMo die Ergebnisse des BBM Mobility Survey 2026 präsentieren und einige wertvolle Erkenntnisse und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen mitbringen.
Daten als Grundlage für Entscheidungen
Für die Steuerung zählen vor allem Antriebsarten, Fahrleistungen, Kraftstoff- und Stromverbräuche sowie die daraus resultierenden Emissionen und Gesamtkosten. Je nach Unternehmen kommen Daten zu Geschäftsreisen und Arbeitswegen hinzu. Nicht jede Kennzahl ist für jeden Betrieb relevant. Entscheidend ist, dass Informationen verlässlich, vergleichbar und für konkrete Entscheidungen nutzbar sind.
Digitale Lösungen und KI können die Auswertung erleichtern. Ihr Nutzen entsteht jedoch erst, wenn Unternehmen daraus Konsequenzen ziehen: Fahrzeuge bedarfsgerecht auswählen, ihre Auslastung verbessern, Ladeinfrastruktur planen oder Fahrten vermeiden.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gemeinsam steuern
Elektrifizierung ist ein wichtiger Baustein. Ob sie im Alltag funktioniert, hängt von Einsatzprofilen, Lademöglichkeiten und Gesamtkosten ab. Hinzu kommen Fahrradangebote, ÖPNV, Fahrgemeinschaften oder Mobilitätsbudgets. Welche Kombination passt, bestimmen die betrieblichen Anforderungen und die Bedürfnisse der Beschäftigten.
Dafür müssen Fuhrpark, Personalbereich, Travel Management, Einkauf und Controlling zusammenarbeiten. Eine Mobility Policy schafft klare Ziele und Zuständigkeiten. Datenschutz, steuerliche Fragen und nachvollziehbare Prozesse gehören ebenfalls dazu. So wird aus einzelnen Angeboten eine Mobilitätsstrategie, die ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig ist.
CSRD & Fuhrpark auf einen Blick
Der Fuhrpark taucht nicht als eigenes Kapitel auf – ist aber quer über mehrere European Sustainability Standards (ESRS) hinweg relevant.
| CSRD-/ESRS-Bereich | Bedeutung für den Fuhrpark | Typische Fragestellungen für Entscheider |
| ESRS E1 – Klimawandel | Sehr hoch | Wie hoch sind die CO₂-Emissionen der Flotte? Wie entwickelt sich die Elektrifizierungsquote? |
| ESRS E2 – Umweltbelastung | Mittel | Welche Kraftstoffe werden eingesetzt? Wie entwickeln sich Verbrauch und Emissionen? |
| ESRS S1 – Eigene Belegschaft | Mittel | Wie wirken Mobilitätsangebote auf Sicherheit, Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden? |
| ESRS G1 – Governance | Hoch | Gibt es klare Car Policies, Zuständigkeiten und Entscheidungsprozesse im Fuhrpark? |
| Lieferkette / Scope 3 | Zunehmend relevant | Welche Mobilitätsdaten müssen an Kunden, Konzerne oder Auftraggeber geliefert werden? |



