Pkw-Marktsegmente September 2018: Auf das Rekordhoch folgt ein Rekordeinbruch

Frankfurt, 08.10.18

Dass die vorgezogenen Neuzulassungen im Juli und August den Pkw-Markt im September erheblich belasten würden, war abzusehen. Der nun erfolgte Rückgang um 30 Prozent bleibt dennoch ein glücklicherweise seltenes Ausnahmeereignis. Auch für die einzelnen Marktsegmente und für den Transportermarkt ist die Monatsbilanz tiefrot.

 

Schlechtester September seit 1985

Im September 2018 haben die Gesamtmarktzulassungen um sage und schreibe 30,5 Prozent nachgegeben. Einen derartig hohen Einbruch verzeichnete der Pkw-Markt zuletzt nach dem Ende der Abwrackprämie im Juli 2010. In absoluten Zahlen war es überdies das schlechteste Septemberergebnis seit 1985.

 

Grund für die momentanen Schwierigkeiten ist natürlich die WLTP-Einführung, durch die im September Neuwagen ohne eine entsprechende Typzertifizierung nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung zugelassen werden können. Dass es einen Arbeitstag weniger gab, fällt da schon kaum mehr ins Gewicht.

 

Flottenmarkt verliert prozentual…

WLTP hat alle Marktsegmente tief in den roten Bereich gezogen. Prozentual am stärksten traf es den Relevanten Flottenmarkt, der im Vergleich zum September 2017 um 38,5 Prozent einbrach. Viele Firmen hatten sich schon vorsorglich im Juli und August mit neuen Autos eingedeckt. Außerdem ist es in einem dienstlich genutzten Pkw schwieriger, auf bestimmte Ausstattungen wie etwa eine Freisprecheinrichtung zu verzichten und durch langfristige Lieferbeziehungen wird seltener auf andere Marken ausgewichen.

 

…Privatmarkt absolut am stärksten

Während der Privatmarkt prozentual mit einem Minus von 33,7 Prozent etwas besser abschnitt, sieht es bei den absoluten Septemberzulassungen düster aus. Mit 67.838 Pkw fuhr das Marktsegment das schlechteste Septemberergebnis in den 2001 startenden Dataforce Aufzeichnungen ein und lag sogar noch fast 20 Prozent unter dem zweitniedrigsten Wert, 84.360 Neuzulassungen aus dem Jahr 2015. Neben der fehlenden Verfügbarkeit spielte hier eine große Rolle, dass private Autokäufer auf eine Schwemme an günstigen Tageszulassungen zurückgreifen konnten.

 

Gesamtmarkt kumuliert noch im Plus

Kumuliert lag der Pkw-Markt mit 2,67 Millionen Neuzulassungen noch über dem Vorjahresniveau (+ 2,4 %). Während der Privatmarkt sogar noch 7,0 Prozent über dem Vergleichszeitraum liegt, ist der Flottenmarkt bereits 1,7 Prozent von den 2017er Vergleichswerten entfernt.

 

Auch der Transportermarkt wird mitgerissen

Obwohl für leichte Nutzfahrzeuge der neue Abgastest erst in einem Jahr vorgeschrieben ist, musste auch der Transportermarkt deutliche Verluste hinnehmen. Die kombinierten Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities sanken um 14,1 Prozent. Absolut fiel das Marktvolumen mit 32.021 Neuzulassungen immer noch höher aus als in den Jahren 2009 bis 2015.

 

Unter den Marktsegmenten verzeichneten allein die Autovermieter einen Zuwachs (+ 4,3 %). Für alle anderen ging es nach unten. Der Relevante Flottenmarkt war dabei mit – 8,3 Prozent noch relativ nah am Vorjahresmonat, während die Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus von 2.036 Einheiten im September 2017 auf nur noch 780 im vergangenen Monat abstürzten (‑ 60,6 %).

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