Porsche 911: die Ikone lebt

Frankfurt, 26.06.19

Seit dem 12. September 1963 ist der Porsche 911 der Sportwagen schlechthin. Kürzlich präsentierte die Edelschmiede aus Zuffenhausen die achte Generation ihrer Ikone. Ob der Spagat zwischen digitaler Lebenswelt und puristischer Sportwagenkultur gelungen ist, sagt unser Fahrbericht.

Das wichtigste Instrument ist immer noch dort, wo es hingehört: In der Mitte der Armaturentafel, minimalistisch designt und gut ablesbar, prangt der Drehzahlmesser direkt vor den Augen des Piloten. Das Signal wird immer noch analog erzeugt – eine nette Verbeugung vor all den Enthusiasten des Porsche 911, die jede Änderung am puristischen Boxer betrauern wie den Verlust eines geliebten Haustiers. Und die Position des Instruments ergibt durchaus Sinn: Denn der neue, weiter optimierte Motor katapultiert den Neunelfer mit 530 Newtonmetern Schub dermaßen schnell in den roten Bereich, dass durchaus ein wachsames Auge auf die Drehzahl angeraten ist.

Und damit sind wir beim Herzstück eines jeden Porsche 911: dem Motor, der die Ikone seit jeher zu einem „kraftstrotzenden Würfel“ macht. Der mit zwei variablen Turboladern und Ladeluftkühlern ausgestattete 6-Zylinder-Boxermotor im Carrera S leistet 450 PS. Das Aggregat sitzt, wie nicht anders zu erwarten, im neu gestalteten Heck der Zuffenhausener Sportkarosse und weht den Boliden in 3,5 Sekunden an die 100-km/h-Marke. Kein Wunder, dass diese Leistungsentfaltung alle Dataforce Testpiloten begeistert – ohne Ausnahme. Einer bringt das Porschegefühl folgendermaßen auf den Punkt: „Bei keinem Fahrzeug, das ich bis dato getestet habe, war mir das Infotainment so egal wie beim neuen 911er.“ Der pure Boxersound aus der Klappenanlage untermale ein „bombastisches Fahrerlebnis“, egal ob auf der Rennstrecke oder auf der Autobahn. Der nächste verspürte „nichts als Gänsehaut“ und „unbändiges Freiheitsgefühl“.

Ein anderer Pilot gibt Ratschläge für ein möglichst schnelles Anfahren via Launch-Control, die dem Sportwagen beim Start die optimale Drehzahl verpasst. Vorsichtig, rät ein anderer Tester, sollte der Lenker mit dem Sport-Response-Modus (auch Überholknopf genannt) umgehen: 20 Sekunden lang maximale Leistung – so mehr davon denn nötig ist – erfordern einen beherzten Griff ans präzise steuernde Lenkrad, der Wagen gebe dem Fahrer aber jederzeit das Gefühl, „alles unter Kontrolle zu haben“.

Foto: © Dataforce GmbH

Volle Konzentration und beide Hände am Lenkrad. Foto: © Dataforce GmbH

Infotainment und Fahrspaß kombiniert. Foto: © F. Porsche AG

Gute Figur auf jedem Parcours

Den Spagat zwischen brachial sportlichen Motorleistungen und einer in Maßen vernünftigen Alltagstauglichkeit meistern die Zuffenhausener, so scheint es, mit jeder Generation des 911ers besser. Auch in dieser Disziplin überzeugt der Porsche selbst hartgesottene Verächter: „Das Gezuckel in der Stadt macht der Wagen ganz entspannt mit“, notiert einer mit spürbarem Behagen ins Logbuch, „nach der Rotphase kommt man auch deutlich schneller weg von der Kreuzung als andere.“ Ein anderer vermerkt: „Ob im Stau, im Wald, in der Tiefgarage oder auf der Rennstrecke, der Porsche 911 macht immer eine gute Figur.“

Technisch liegt das an den verschiedenen Fahrwerkseinstellungen, die dem Fahrer die Wahl zwischen kompromisslosem Renntrimm und kommoder Cruisereinstellung lassen. Und am neu entwickelten 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das dafür sorgt, dass Gangwechsel nahezu ohne Traktionsverlust über die Bühne gehen. Lediglich die Geräuschkulisse und die Nadel auf dem Drehzahlmesser zeigen an, dass der Straßenrenner jetzt eine andere Übersetzung nutzt. „Man merkt immer, dass man in einem Sportwagen sitzt“, fasst ein Dataforce Pilot zusammen, „aber es wirkt nie störend.“

Zum harmonischen Gesamteindruck tragen auch die Assistenzsysteme bei, vom Bremsassistent, der vor Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern warnt, bis hin zum Nachtassistenten mit Wärmebildkamera ist alles an Bord, was heute ein Premium-Fahrzeug ausmacht. Besonders stolz ist Porsche auf den neuen „Wet Mode“. Mithilfe von speziellen Sensoren erkennt der Helfer nasse Straßen und konditioniert die Regelsysteme entsprechend. Der Fahrer kann dann von Hand den Sportwagen besonders sicherheitsbetont abstimmen.

Nicht alles digital im 911er. Foto: © Dataforce GmbH

Mit etwas Packgeschick ist der Einkauf machbar. Foto: © Dataforce GmbH

Designelemente aus den 70ern für den neuen 911er

Ein Ritt auf der heißen Nadel ist immer wieder das Design eines neuen Elfers. Nostalgische Fans der Marke beäugen argwöhnisch, welche liebgewordenen Gestaltungselemente jetzt wieder weggefallen sind. Mit der neuen, 992 genannten Baureihe werden diese Puristen ihre Freude haben. Wer genau hinschaut, erkennt viele Stilzitate von vorangegangen Baureihen: Die lang gezogene Haube weist wieder eine markante Vertiefung vor der Windschutzscheibe auf, im Innern verläuft die Armaturentafel wie beim Ur-Elfer über die gesamte Breite zwischen zwei Flügelebenen. Ansonsten aber ist der Neue praktisch der Alte – wären da nicht wie immer die unzähligen Neuerungen. Insgesamt, so notieren die Testfahrer, trete der neue „breiter, selbstbewusster und moderner“ auf. 20 Millimeter breiter und auf noch größeren Gummisocken kommt der neue Porsche geduckter und muskulöser daher, und das breite Heck passe „perfekt zum 911er“. Markante Details dort liefern das durchgezogene Leuchtenband und das dritte Bremslicht in Form einer Elf – „fancy“ findet das einer unserer Fahrer, „das Heck hat es in sich“, bemerkt ein anderer. Die Türgriffe sind teilweise versenkt und unterstützen so die minimalistische Seitenlinie des Porsche 911. „Man erkennt sofort das Sportwagendesign“, freut sich einer unserer Testpiloten.

Im Innern der neu aufgelegten Ikone überwiegen die klaren Linien. Nicht zu dominant wirkt der 10,9 Zoll große Bildschirm, mit dem sämtliche Infotainment-Funktionen angesteuert werden und die Kommunikation mit der Außenwelt vonstattengeht. Die Zuffenhausener haben über die Standardfunktionen hinaus noch ein paar Fahrfreuden mehr entwickelt – etwa das „Porsche Road Trip“-Programm, mit dem der Fahrer die schönsten Strecken abrufen kann, inklusive Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten am Rand der Route.

Fazit: Alle unsere Testfahrer waren überrascht, wie viel Alltagstauglichkeit die Schwaben in ihre Sportwagenikone integrieren können. Einer der Dataforce-Piloten notiert erstaunt: „Der 911 Carrera S ist durchaus firmenwagentauglich“, sogar der Familieneinkauf lässt sich mit dem Auto managen, der Platz reiche bei IKEA für „mehr als ein paar Kerzen“ – obwohl der Fahrer gesteht, dass der eigentliche Grund für den Ausritt in schwedische Gefilde die dort befindliche Tiefgararge war: die perfekte Kulisse für kernigen Boxersound. Auf den Notsitzen hinten lassen sich sogar Isofix-Kindersitze installieren, eine Familie mit zwei kleinen Kindern kann also einen Tagesausflug machen – einer unserer Testfahrer hat es ausprobiert. Allerdings ist das nicht die Domäne des 911ers. Die zeigt sich beim beherzten Tritt aufs Gaspedal. Was dann passiert, macht süchtig und kuriert sogar den größten Kostverächter in Sekunden. „Ich habe die Leidenschaft immer belächelt“, gesteht ein frisch gebackener 911er-Fan, „aber jetzt bin ich Feuer und Flamme.“ Und wen nach einigen kleinen Zwischensprints jenseits der 250 km/h-Marke mit dem „Biest im Schafspelz“ das ökologische Gewissen plagt, der aktiviert das Programm „Porsche Impact“: Mit dem Emissionskalkulator kann der Fahrer ausrechnen, wie viel er in die vorgeschlagenen Klimaschutzprojekte investieren muss, um den CO2-Fußabdruck des letzten Roadtrips zu neutralisieren. Porsche 911: Kurven räubern ohne Reue!

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