Powertrain-Studie: (K)eine Chance für E-Fahrzeuge?

Frankfurt, 26.10.18

Die Neugierde für die spurtstarken, leisen Autos mit dem positiven Image ist groß. Doch im Alltag will sie kaum ein Fuhrparkmanager in seiner Flotte haben. Genannt werden meist bekannte Gründe: mangelnde Infrastruktur, zu geringe Reichweite. Die Dataforce Studie „Powertrain 2018: Tanken oder Laden?“ hat Tatsachen und Vorurteile zum Thema Zukunft der Mobilität genauer untersucht.

In den Fuhrparks der Befragten sind Dieselfahrzeuge am häufigsten vertreten, gefolgt von Benzinern. Im Zuge der Dieseldiskussionen stiegen die Neuzulassungen alternativer Antriebsarten zwar erheblich, doch im Relevanten Flottenmarkt erreichen sie in diesem Jahr mit 4,4 Prozent (2016 waren es nur 2 Prozent) immer noch nur ein sehr niedriges Niveau. Kurz: Strom, Hybrid, Erdgas & Co. sind eher spärlich vertreten. Tatsächlich werden am häufigsten reine E-Fahrzeuge genannt (15 Prozent). Deutlich wird: je größer ein Fuhrpark, desto größer auch die Vielfalt an Alternativen. Detaillierte Daten dazu liefert die Dataforce Studie Powertrain 2018.

Aktuell werden Stromer gerne als Poolfahrzeug oder im Carsharing genutzt. Sie stechen nicht als ausgewiesene Image-Karossen hervor, die dem Management vorbehalten wären, sondern werden genauso von Vertrieb, Service und Montage gefahren.

Zweifel an der Alltagstauglichkeit

Grundsätzlich haben die Befragten der Dataforce Powertrain Studie keine allzu gute Meinung von alternativen Antriebsarten, das ergibt die Auswertung der Studie. Jeder Dritte kann ihnen sogar nur äußerst wenig abgewinnen. Der Grund: Flottenmanager erteilen der Alltagstauglichkeit schlechte Noten. Hauptkritikpunkte: zu geringe Reichweite, schlechte Infrastruktur, zu hohe Anschaffungskosten. Positiv bewerteten die Fuhrparkleiter den Umweltaspekt, den Einsatz für Kurzstrecken, Betriebskosten und das gute Image von E-Fahrzeugen.

Zu wenig Informationen

Beklagt wird auch, dass sachliche Informationen nicht ausreichend seien. „Nach unserer Einschätzung wünscht sich jeder dritte Fuhrparkverantwortliche mehr Wissen über Alternativen zu Benzin und Diesel, um diese Gattung fachlich besser beurteilen zu können“, erklärt Dataforce-Expertin Katharina Wolff. Hier seien Hersteller gefragt, ihre Informationspolitik zu überdenken. Zudem: Nur rund die Hälfte der Teilnehmer an der Powertrain Studie hat eigene Fahrfahrungen mit einem E-Fahrzeug.

Doch wie fällt das Urteil der Praktiker aus, die einen E-Autotyp im Fuhrpark haben? Die Fuhrparkverantwortlichen empfinden hier vor allem Ladeinfrastruktur, Reichweite sowie die Modellauswahl als schlechter als erwartet. Wenigstens was die Vielfalt angeht, sind die Autobauer am Aufholen. Man kann gespannt sein, denn bis 2020 kommen viele neue Modelle wie beispielsweise der Audi e-tron, Polestar 2 oder VW ID Crozz auf den Markt.

Denkt man zehn Jahre voraus, so ist die Erwartungshaltung der Befragten in Bezug auf die Relevanz der jeweiligen Antriebsarten im Fuhrpark sehr gemischt. Am häufigsten wird mit Stromern gerechnet, dicht gefolgt von Dieselfahrzeugen. Die Ergebnisse der Online-Studie und die Auswertungen der IRIS-Zulassungsdaten unterstreichen, dass es eine relevante Veränderung kurz- oder mittelfristig nur geben wird, wenn umfangreiche Maßnahmen Anreize schaffen.

Mehr Informationen zur Studie Powertrain 2018

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Foto: © Adobe Stock / Thomasz Zajda

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