So werden Dienstfahrzeuge beschafft

Frankfurt, 27.03.19

Regelmäßig steht im Fuhrpark die Neuanschaffung eines Fahrzeuges an. Alltägliche Routine, möchte man denken. Bringen Diskussionen beispielsweise um Antriebsarten oder das ab September gültige neue Messverfahren für Emissionen und Verbrauch (WLTP) Flottenmanager ins Grübeln? Was beeinflusst heute die Fahrzeugwahl? Dataforce hat Anfang dieses Jahres in zwei Erhebungen insgesamt mehr als 600 Fuhrparkverantwortliche rund ums Flottenmanagement befragt, unter anderem zum Thema Fahrzeugbeschaffung. Wir stellen hier einige ausgewählte Ergebnisse vor.

Wird im Fuhrpark ein neues Auto benötigt, so ist in der Regel im wörtlichen Sinne ein „neues“ Auto gemeint. Alternativen wie Jahreswagen, Vorführwagen oder Gebrauchtwagen kommen umso seltener in Frage, je größer die Flotte ist. Die Fahrer haben bei der Wahl ihrer neuen Dienstwagen häufig ein Mitspracherecht. Bei fast 50 Prozent der großen Fuhrparks konfigurieren die Mitarbeiter ihr Fahrzeug selbst, den Rest übernehmen dann die Fuhrparkleiter. In Ausnahmefällen kümmern sich die künftigen Fahrzeuglenker auch selbst um Angebote.

Keine Überraschung – Präferenz für klassische, deutsche Marken

In den Pkw-Flotten dominieren klar die Mittel- und Kompaktklasse. Auf Rang drei folgen bereits Geländewagen und SUVs noch vor der Oberklasse, Kleinwagen oder Vans. Erwartungsgemäß spielen Sportwagen nur eine untergeordnete Rolle. Wer einen neuen Dienstwagen aussuchen darf, muss mit ein paar Restriktionen leben, beispielsweise sind recht häufig Marken vorgegeben. Auf Rang 1 bis 5 befinden sich dort wenig überraschend VW, Audi, Skoda, BMW und Mercedes. Alle anderen Marken sind deutlich seltener in den Vorgaben anzutreffen.

Farbe relevanter als Abgaswerte

Bei der Frage nach den Beschränkungen bei der Fahrzeuganschaffung fällt auf, dass trotz aller Diskussionen um Abgaswerte weder die Motorisierung noch der Verbrauch beziehungsweise der CO2-Ausstoß ein wesentliches Kriterium sind. Es interessieren vor allem Marke, Leasingrate, Listenpreise und Farben. Bevor ein neuer Wagen auf den Hof kommt, muss eine Lösung für das alte – häufig geleaste – Fahrzeug gefunden werden. Tatsächlich übernehmen rund drei Viertel der Befragten nie ein Fahrzeug nach dem Ende der Leasingzeit.

Die umfassenden Ergebnisse der beiden Umfragen sind auf rund 150 Seiten im Dataforce Standardwerk „Fuhrparkmanagement 2019“ übersichtlich zusammengefasst, mit vielen Schaubildern und detaillierten Bewertungen von 18 Automobilmarken. Neben der Fahrzeuganschaffung werden Personalausstattung, Pkw-Nutzung, TCO, Softwareanwendungen und ähnliche Themen ebenso beleuchtet wie die Car Policy. Im nächsten Newsletter werden wir weitere Ergebnisse vorstellen.

Foto: © Adobe Stock / Nestor

Preis wichtigstes Kriterium

 

Interview mit Boris Winter, Projektleiter Marktforschung bei Dataforce und Autor des Fachbuches “Fuhrparkmanagement 2019”.

Herr Winter, welche Ergebnisse im Kapitel Fahrzeuganschaffung sind für Sie überraschend?

Anlässlich der aktuellen Diskussion um Diesel und Fahrverbote hätte ich Vorgaben in Bezug auf Kraftstoffe, CO2 und Verbrauch als etwas verbreiteter eingeschätzt. Dennoch hängt es natürlich stark von der Zusammensetzung eines Fuhrparks ab, ob solche Vorgaben auch umsetzbar sind.

Bislang waren Marke und Image wesentliche Kriterien bei der Fahrzeugwahl. Welche Kriterien sind heute dominant?

Marken sind insofern sehr relevant, da sie häufig von den Unternehmen vorgegeben werden, dabei spielt das Repräsentative auch eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Fragen wir konkret nach der Wichtigkeit des Markenimages, so steht es anderen Kriterien deutlich hintenan, insbesondere dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings ist das Image zu einem Großteil eine implizite, unbewusste Größe, so dass dessen Bedeutung in Wahrheit sicherlich höher einzuschätzen ist.

Neben der Fahrzeugbeschaffung haben Sie in Ihrem Fachbuch „Fuhrparkmanagement 2019“ eine ganze Reihe weiterer Themen analysiert. Wo zeigen sich signifikante Veränderungen?

Erfreulich zu sehen war zum Beispiel, dass sich nun auch messbar etwas im Bereich Dienstfahrräder tut, insbesondere natürlich in größeren Fuhrparks. Bei der Markenbewertung zeigt sich, dass einige Hersteller aufgrund der Dieselkrise massiv an Image und Sympathie eingebüßt haben.

Publikation nur unter Bekanntgabe der Quelle.

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