Tankkarten sind seit Jahren in deutschen Unternehmen etabliert: Mehr als drei Viertel aller Firmen setzen sie ein. Seit einigen Jahren kommt auch die Ladekarte hinzu. Manchmal als Kombikarte, mit der sowohl Kraftstoff als auch Strom von den Fahrern gezahlt werden kann, manchmal als zusätzliche Karte, für die dann wieder Anbieter verglichen und extra Abrechnungen gestellt werden müssen. In immerhin 60 Prozent der Unternehmen, die Elektrofahrzeuge im Einsatz haben, gibt es auch Ladekarten für das öffentliche Laden.
Während bei den Tankkarten DKV seit Jahren dominiert und Aral, UTA, euroShell und Total auf den Plätzen zwei bis fünf etabliert sind, schiebt sich bei den Ladekarten ein neuer Player an die Spitze: EnBW liegt mit einer Durchdringung von 30 Prozent vor den bekannten Kraftstoffanbietern. Das genaue Ranking finden Sie in unserer Infografik. Insbesondere kleinere Fuhrparks mit weniger als 50 Fahrzeugen setzen eher auf den Energieversorger, größere Fuhrparks bleiben auch bei Ladekarten eher bei ihren langjährigen Partnern. Die Auswertung der Top 3 Ladekartenanbieter finden Sie hier.
Kompliziert wird es für Unternehmen vor allem dann, wenn man mit seiner Ladekarte nicht alle öffentlichen Ladesäulen anfahren kann. Apps helfen den Fahrern, einen Überblick zu bekommen, allerdings ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in einigen Gegenden noch nicht so umfassend, dass man sich die Suche nach einer Ladesäule leisten könnte. Auch deshalb setzt etwa ein Drittel aller Unternehmen auf mehr als einen Ladedienstanbieter. Zum Vergleich: Mehrere Tankkarten haben nur 16 Prozent der Unternehmen.
Bei der Wahl des Anbieters dominiert ganz klar ein großes Akzeptanznetzwerk als wichtigstes Kriterium. Ein günstiger Preis ist vor allem beim Kraftstoff nicht entscheidend und liegt nur auf Rang drei, hinter einer übersichtlichen Abrechnung und Online-Auswertungsmöglichkeiten. Das könnte auch daran liegen, dass viele Unternehmen Probleme damit haben, ihre Fahrer zum günstigen Tanken zu animieren. Geht es auf Firmenkosten, wählen die meisten Fahrer eben doch eher die praktischste Variante anstatt die günstigste. Bei Ladekarten ist den Unternehmen der Strompreis etwas wichtiger, allerdings schätzen viele (53 Prozent) auch eine große Preistransparenz als sehr wichtig ein. Nimmt man die Undurchsichtigkeit der Strompreise an den Ladesäulen in den Blick ist das kein Wunder – die Fahrer müssten oft umständlich über eine App den aktuell berechneten Preis prüfen, um dabei auf dem aktuellen Stand zu sein.
Das spiegelt sich auch in den Tank- und Ladeanweisungen wider, die Unternehmen an ihre Fahrer herausgeben. Während bei Tankkarten immerhin noch etwa ein Fünftel der Unternehmen ihre Fahrer verbindlich anweist, auf Preise zu achten, indem Autobahn-Tankstellen oder teure Marken vermieden werden müssen, bezieht sich die häufigste Anweisung bei Ladekarten nur darauf, Blockiergebühren zu vermeiden (39 Prozent). Nur 10 Prozent der Unternehmen geben ihren Fahrern vor, günstige Ladepunkte zu nutzen.
Fazit: Die Wahl der richtigen Tank- und Ladekarten ist für Unternehmen eine komplexe Aufgabe, die sowohl Kosten als auch Praktikabilität berücksichtigen muss. Der Wettbewerb unter den Anbietern nimmt zu, besonders im Bereich der Elektromobilität, die Unternehmen dazu zwingt, ihre Strategien kontinuierlich anzupassen.
Die im Artikel genannten Daten und Erkenntnisse basieren auf der neuen Dataforce Tank- und Ladekarten-Studie 2025.
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