Was erwartet uns? Mobilität 2019-2030

Frankfurt, 28.01.19

Elektroautos sind in der Flotte noch nicht richtig einsetzbar, Mobilitätsmanagement wird zentral und die Politik sollte dringend Rahmenbedingungen für künstliche Intelligenz in der Mobilität schaffen – ein Ausblick auf die nächste Zeit von Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverband Fuhrparkmanagement.

In diesem Jahr bleibt die Dieseldiskussion spannend, bei der die Kritiker an der Kritik endlich auch von den Medien gehört werden. Mehr als 100 Lungenfachärzte fordern, die Feinstaub- und NO2-Grenzwerte zu überprüfen, und schaffen es damit inzwischen in die Fernsehnachrichten zur Primetime. Dennoch ist es im Sinne der Umwelt erforderlich, alternative Antriebsarten weiterzuentwickeln und besser zu machen. Dann wird vielleicht auch die Elektromobilität attraktiv und aus ökonomischer und ökologischer Sicht sinnvoll.

Ob die Herabsetzung des geldwerten Vorteils für Elektrofahrzeuge schon der optimale Weg ist, bezweifeln wir. Die Regierung hat den Unternehmen einen Bärendienst erwiesen. Der Mitarbeiter wird zwar steuerlich begünstigt, aber das Unternehmen nicht, dem die Fahrzeuge ja gehören. Da das Vertrauen der Nutzer in Elektromobilität fehlt, rufen viele Dienstwagenberechtigte nach Hybriden, die wiederum aus finanzieller Sicht selten vertretbar sind und vor allem ökologisch fraglich.

Bessere Anreize für Elektromobilität

Entscheidungen fallen hier aber nicht, weil es Rabatte gibt, sondern auf Basis der Grundlagen, wie und wo ein Fahrzeug genau eingesetzt wird, ob die Infrastruktur passt et cetera. Die richtigen Hebel sind bei dem Thema offensichtlich noch nicht gefunden. Der Gesetzgeber muss alternative Anreize finden, die E-Mobilität für Unternehmen attraktiv zu machen. Zudem ist das Thema Lademöglichkeit derzeit eines der spannendsten, denn nur mit einer entsprechend funktionieren Infrastruktur wird der Einsatz von E-Fahrzeugen besser planbar. Hier sind weitere Anstrengungen erforderlich.

Ein Blick in die weitere Zukunft: Das Mobilitätsmanagement wird eine noch wichtigere Rolle spielen und die Menschen können mit Hilfe künstlicher Intelligenz optimale Ergebnisse erzielen. Das Denken der Unternehmen öffnet sich weg vom reinen Fuhrparkmanagement hin zum Mobilitätsmanagement. Neue Aspekte werden relevant. Auch Fragen, wie kommen die Mitarbeiter zur Arbeit, gibt es Alternativen zum Pkw, welche Fahrten müssen unbedingt gemacht werden, et ceterea.

Rechtliche Rahmenbedingungen autonome Fahrzeuge

Die Digitalisierung wird 2030 weit fortgeschritten sein. Vernetzte Fahrzeuge und Telematikanwendungen werden zur Normalität gehören. Autonome Fahrzeuge werden voll einsetzbar sein. Ob die Rahmenbedingungen wie etwa Gesetze den Möglichkeiten in der gleichen Geschwindigkeit folgen, könnte noch zum Problem werden. Und Bereiche wie die betrieblichen Mitbestimmungspflichten und der Datenschutz müssen unbedingt heute schon beachtet werden.

Veränderungen kommen unaufhaltsam auf uns zu. Wir wollen und werden unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich rechtzeitig darauf vorzubereiten. Außerdem wird es eine Grundvoraussetzung und dringender Wunsch aller Fuhrparkbetreiber bleiben, von der Politik und allen Akteuren zu erwarten, Investitionen rechtzeitig zu tätigen und in die richtigen, zukunftsweisenden Kanäle fließen zu lassen. Intelligent werden der Verkehr und die Vernetzung erst dann für alle Beteiligten, wenn er gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Interessen und Bedürfnisse erfüllt, leicht zu verstehen und einzusetzen ist und optimale Lösungen für alle Menschen bereithält.

Foto: © Tierney – stock.adobe.com

Marc-Oliver Prinzing

ist der Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement e.V. und Mitinhaber der Carmacon Fleetsolutions und Consulting GmbH.

Foto: © Bundesverband Fuhrparkmanagement

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