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Wo werden chinesische Marken im Fuhrpark relevant?

Frankfurt, 28.04.26

Chinesische Automarken

Fahrzeugmodelle aus China werden in Europas Fuhrparks immer wichtiger. Dazu gehören längst nicht mehr nur die Baureihen fernöstlicher Marken, sondern auch Importe etablierter Hersteller wie Tesla, Cupra, Dacia, Smart, BMW und Mini. Doch blicken wir auf die eigentlichen chinesischen Newcomer. Diese kamen europaweit im ersten Quartal 2026 auf einen Marktanteil von 8,5 Prozent. Bei Flottenzulassungen lag der Anteil bei 7,0 Prozent – ein überraschend starker Wert für das bisher markentreue und eher konservative Firmenkundengeschäft. Zwar sind Märkte wie UK, Spanien und Polen aktuell noch die Vorreiter, doch Deutschland rückt als zweitgrößter europäischer Flottenmarkt rasant in den Fokus der Importeure.

Auffällig dabei: Die Modelle vieler chinesischer Marken zielen auf den Preisbereich von 40.000 bis 60.000 Euro – und treffen damit genau das Budget vieler klassischer User-Chooser-Firmenwagen. Im Vergleich zu den Etablierten ist hier zudem die Aufpreisliste deutlich kürzer, da viele Features bereits zur Serie gehören. Es geht diesen Herstellern also weniger um den billigsten Listenpreis, sondern um offensive Preis-Leistungs-Pakete. Eine Übersicht der chinesischen Marken in Deutschland finden Sie in unserer Infografik.

Anders als oft vermutet, ist das Angebot inzwischen auch antriebsseitig breit gefächert – spätestens seit der Einführung von EU-Sonderzöllen auf chinesische Vollstromer. Tatsächlich machen BEVs aktuell weniger als 40 Prozent dieser Firmenwagen aus. Rund 29 Prozent sind Plug-in-Hybride, gefolgt von Benzinern und Vollhybriden (je ca. 15 Prozent). Nur wer einen Diesel sucht, wird bei den Newcomern aktuell nicht fündig.

Im deutschen Flottenmarkt spielen die neuen Wettbewerber mit 1,4 Prozent Marktanteil zwar aktuell noch eine Nebenrolle. Die Top 3 (BYD, Polestar und Xpeng) kamen im ersten Quartal auf unter 2.000 Flottenauslieferungen. Doch dabei wird es nicht bleiben. Eine Wachstumsrate von 62 Prozent spricht für sich. Zudem beginnen Riesen wie Chery (mit Jaecoo und Omoda), Geely oder Changan/Deepal gerade erst mit dem echten Marktaufbau.

Allein für 2026 stehen insgesamt 56 Modelleinführungen aus China an. Chery treibt den Deutschland-Launch maßgeblich voran, BYD positioniert den Atto 2 als reichweitenstarken Plug-in zum Kampfpreis und plant mit Denza noch eine höherwertige Linie. Geely wiederum holt Lynk & Co aus der reinen Auto-Abo-Nische in den regulären Markt und will mit Zeekr gezielt Premiumkunden ansprechen.

Dass man bei dieser Flut schnell den Überblick verlieren kann, bestätigen die Ergebnisse der aktuellen Dataforce User-Chooser Studie: Ganz neue Marken wie Leapmotor oder Zeekr kennt aktuell erst rund jeder Zehnte. Das ist jedoch nur eine Momentaufnahme, denn die Bekanntheit steigt steil an, sobald die ersten Modelle auf den Straßen auftauchen. Xpeng zum Beispiel konnten kurz nach dem Deutschlandstart Ende 2024 schon 26 Prozent der Befragten zuordnen. Noch deutlicher wird das bei BYD: Hier ist die Bekanntheit innerhalb von drei Jahren von 37 auf 72 Prozent und damit auf breites Niveau gestiegen. Das spiegelt auch den Alltag wider: Bei mir persönlich vergeht keine längere Autobahnfahrt mehr, ohne mindestens ein Fahrzeug der neuen Marken zu sehen.

Interessanterweise zeigen sich vor allem Premiumfahrer und tech-affine Dienstwagenberechtigte neugierig auf die Technik aus China. Für Sie als Fuhrparkleiter bedeutet das: Die Aussicht der Mitarbeiter, gut ausgestattete Autos für die Dienstwagen-Richtlinie zu finden, kombiniert mit attraktiven Leasingraten der Hersteller, wird die Anzahl der Anfragen auf Ihrem Schreibtisch in diesem Jahr voraussichtlich spürbar erhöhen. Frühzeitige Vorbereitung (auch mit Blick auf Werkstattnetze) lohnt sich also.

Foto: © Adobe Stock / Dina Photo Stories

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