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CO2 Zwischenbilanz: Ist der Relevante Flottenmarkt der Retter?

Frankfurt, 30.11.20

In einer aktuellen Analyse betrachtet Dataforce für 5 Marken und in 10 Ländern  die Entwicklung des durchschnittlichen CO2-Austoßes zwischen Januar und Oktober 2020. Im Fokus stehen dabei der Relevante Flotten- und der Privatmarkt. Taktische Kanäle, das heißt Fahrzeugbau- Handel und Autovermieter, bleiben außen vor.

 

Erkenntnisse

Der durchschnittliche CO2 Ausstoß im Flottenmarkt liegt bei den betrachteten Herstellern deutlich unter dem privaten Marktsegment. Der Flottenmarkt leistet somit einen wesentlichen Beitrag, damit die Hersteller ihre CO2 Ziele erreichen. Eine Ausnahme bildet VW, da deren Modelle e-Golf und e-Up eher privat gekauft werden. Außerdem sind die Supercredits von großer Bedeutung. Diese machen einen Unterschied von bis zu 18 Gramm aus.

 

Verbunden mit den Förderungen in den verschiedenen Ländern sinkt der CO2 Ausstoß ab dem dritten Quartal. Außerdem bildet der April 2020 einen Ausreißer nach unten.  Der Grund dafür ist, dass viele größere Märkte unter den harten Lockdown Bedingungen kaum Neuzulassungen zu vermelden hatten, während in Norwegen mit inzwischen fast 70 Prozent Elektroanteil das Zulassungsverfahren weitestgehend normal verlaufen ist.

 

Die Marken im Detail:

 

VW

Durch höhere Zulassungen des e-Golfs und stabilen Zulassungszahlen beim e-Up ist es VW gelungen, den durchschnittlichen CO2 Ausstoß im Privatmarkt von 110 g/km am Jahresanfang bis auf 105 g/km im August 2020 abzusenken. Im Flottenmarkt hat es bis Juli 2020 keine große Änderung gegeben. Erst mit den steigenden Zulassungen von e-Golf und des Passat GTE sinkt der durchschnittliche CO2 Ausstoß.

Einen großen Sprung nach vorne schaffte VW mit dem Launch des id.3 im September. Der durchschnittliche CO2 Ausstoß beträgt derzeit 84 g/km in beiden Marktsegmenten. Seit seinem Launch ist der id.3 der Verkaufsschlager unter anderem in Norwegen. Insgesamt kommt VW im bisherigen Jahresverlauf auf einen durchschnittlichen CO2 Ausstoß von 101 g/km in Privat und 104 g/km in der Flotte. Ohne Anrechnung der Supercredits würde der durchschnittliche CO2 Ausstoß bei 110 g/km im Privatmarkt sowie 113 g/km in der Flotte liegen (gestrichelter Balken).

 

Audi

Der durchschnittliche CO2 Ausstoß in der Flotte sinkt kontinuierlich, während der Ausstoß im Privatmarkt stagniert. Anders als in der Flotte spielen Plug-In Modelle wie der Q5 hier keine große Rolle. Hingegen steigt der Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen in der Flotte weiter an.

 

BMW

Der durchschnittliche CO2 Ausstoß entwickelt sich in Privat als und in der Flotte ähnlich. Vor allem ab September steigen die Zulassungen der Modelle i3, X5 PHEV und 3er PHEV stark an. Die positiven Entwicklungen sind aber erst ab Oktober zu sehen, weil im September auch deutlich mehr nicht elektrifizierte Fahrzeuge zugelassen wurden. Der durchschnittliche CO2 Ausstoß in der Flotte ist deutlich kleiner als in Privat, da in der Flotte fast dreimal mehr elektrifizierte Fahrzeuge zugelassen wurden.

 

Kia

Die Entwicklung des CO2 Ausstoßes ist bei Kia ähnlich wie bei BMW. Auch hier wurden in der Flotte mehr elektrifizierte Fahrzeuge zugelassen. Den Löwenanteil macht mit fast 73 Prozent der Niro aus. Da aber der Privatmarkt für die Marke fast dreimal so groß ist wie die Flotte, wird der durchschnittliche CO2 Ausstoß insgesamt deutlich höher sein als der Flottendurchschnitt von 76 g/km CO2.

 

Renault

Da der Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen sowohl in Privat als auch in der Flotte ähnlich hoch ist, weist die Entwicklung von Privat und Flotte hinsichtlich des CO2 Ausstoßes einen ähnlichen Verlauf auf. Trotz weniger elektrifizierter Modelle verringerte Renault als einzige Marke im Jahresverlauf den CO2 Ausstoß in beiden Marktsegmenten kontinuierlich. Ein Sonderfall ist der April. Hier wurden in Italien während des Lockdowns über 360 Zoe Elektromodelle und lediglich 16 nicht elektrifizierte Pkw in der Flotte zugelassen. Aufgrund dessen sank der durchschnittliche CO2 Ausstoß über die zehn Länder auf lediglich 64 g/km.

Publikation nur unter Bekanntgabe der Quelle.

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