Sprit sparen leicht gemacht

Frankfurt, 27.08.19

Mit Öko-Fahrtrainings braucht der Fahrer bis zu 30 Prozent weniger Kraftstoff – jede dritte Tankfüllung könnte er sich sparen. Noch nachhaltiger ist der Effekt, wenn das Unternehmen weitere Maßnahmen für Dienstwagenlenker anbietet. Professionelle Trainings werden sogar von einigen Berufsgenossenschaften bezuschusst.

Das pädagogische Konzept ist einfach, aber effizient. Der künftige Sparfahrer dreht zunächst eine Runde in seinem gewohnten Stil, dabei wird die Zeit für die ausgesuchte Strecke gestoppt und per Bordcomputer der Spritverbrauch ermittelt. Es folgen ein paar Erklärungen der wesentlichen Prinzipien der energieeffizienten Fahrweise durch ausgebildete Spar-Fahrlehrer. Und dann die Runde noch einmal abfahren, aber diesmal unter korrigierenden Anweisungen des Trainers. Am Ende wieder Zeit stoppen, Kraftstoffverbrauch auslesen – und staunen. Normverbrauch? Schaffen wir doch locker!

Ein Fahrer, ein Trainer, eine Stunde

„Eco-Driving“ nennt Ford sein Spritspar-Coaching, das mittlerweile seit 20 Jahren läuft. In über 17.000 Trainings wurden Berufsfahrer und Laien zu ökonomischen Kfz-Lenkern ausgebildet, erläutert Dr. Wolfgang Hennig, beim Kölner Automobilhersteller für nachhaltige Mobilität zuständig. „Begonnen haben wir mit Kursen, die einen halben Tag gedauert haben, heute läuft das kompakter: ein Fahrer, ein Trainer, eine Stunde.“ Tarek Nazzal, Geschäftsführer des Trainernetzwerks Allegium begründet: „Zu einem einstündigen Training schickt ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter noch, wenn es etwas bringt. Mit Halbtagesseminaren brauchen Sie den meisten Unternehmen gar nicht erst zu kommen.“

Eingeschliffene Fahrroutinen korrigieren

„Bei Berufskraftfahrern liegt das Sparpotenzial in der Regel zwischen 10 und 15 Prozent, Privatfahrer können auch schon einmal ein Drittel einsparen“, so die Erfahrung von Nazzal. Ein Beispiel: Ein großer Lebensmittel-Handelskonzern hat in der Kölner Niederlassung von Ford gerade ein groß angelegtes Sicherheits- und Spritspartraining für seine Fahrer durchführen lassen. Ergebnis bei 245 Teilnehmern: rund 15 Prozent Spritersparnis im Durchschnitt, jeder Dienstwagenlenker fährt mit rund einem Liter weniger auf 100 Kilometern durchs Ziel. Das ebenfalls von den Ford-Werken unterstützte Projekt der „Kölner Spritspar-Meisterschaft“ für eine spritsparende und somit umweltschonendere Fahrweise bestätigt diese Ergebnisse mit ebenfalls über 200 Fahrern.

Das Geheimnis ökonomischer Fahrweise sind viele kleine Verhaltensänderungen (siehe unsere 5 goldenen Regeln): Früh schalten, extrem gelassen und vorausschauend fahren und die Technik nutzen. Tatsächlich sind es die eingeschliffenen Verhaltensweisen, die für die Extraportion Sprit im Alltag verantwortlich sind. Der „Fluchtreflex“, wie Tarek Nazzal das ausdrückt, die vermeintliche Provokation des Vordermannes, das Überholen kurz vorm Einfädeln, das muntere Hochziehen eines Ganges. „Die Fahrroutinen zu korrigieren, die sich über Jahre aufgebaut haben, ist unheimlich schwer.“

Seit neuestem bietet Ford ein spezielles Eco-Driving für Elektrofahrzeuge. „Die Notwendigkeit, ressourcenschonend zu fahren“, erläutert Hennig, „ist natürlich in einem E-Fahrzeug mit begrenzter Reichweite noch viel wichtiger.“ Elektromobilität sei von strategischer Bedeutung für Ford, die Kölner wollen in Europa 16 elektrifizierte Fahrzeuge auf den Markt bringen – wie etwa den Ford Kuga im Jahr 2020.

Extratraining für Elektrofahrzeuge

Dazu passe ein spezielles Eco-Safety-Training für E-Fahrzeuge, das ab Herbst 2019 verfügbar ist. Dieses zweistündige Spezialtraining wurde jüngst gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. und der Allegium GmbH entwickelt. Praxisnah vermittelt es die Spezifika des E-Antriebs und macht Besonderheiten energieeffizienten Stromerns erfahrbar. In einem ersten Testlauf mit 33 Fahrern und Fahrerinnen der Stadt Köln konnten hier ebenfalls bis zu 8 Prozent Strom eingespart werden. Die Tester maßen dabei lediglich die Verbesserung der reinen Fahrleistung, die optimale Nutzung der elektrischen Verbraucher wurde zunächst nicht berücksichtigt. In der zweiten Runde unterboten 80 Prozent der Fahrer den Normverbrauch des Ford Focus Electric.

Eingebettet in ein Gesamtkonzept

Der anfängliche Spar-Effekt wirkt in der täglichen Praxis nicht immer so nachhaltig. Tarek Nazzal: „Die Leute übernehmen den neuen Fahrstil teilweise, nach ein paar Wochen schleicht sich aber die alte Routine wieder ein.“ Gerade im beruflichen Kontext, wenn die Fahrer unter Druck stehen, demgemäß die Routenplanung nicht zu schaffen ist. Im Alltag führen die Trainings daher in der Regel zu einer durchschnittlichen Ersparnis von rund fünf Prozent. Wenn das Unternehmen hingegen weitere Maßnahmen folgen lasse, Wettbewerbe etwa oder Wiederholungskurse, dann seien die Spritsparkurse auf Dauer effektiver. Entscheidend seien auch die „Anmoderation“ und das Einbetten der Trainings in einen Maßnahmenkatalog. Wenn der Fahrer den Kurs als Zwang oder sogar als Bestrafung empfinde, seien die Ergebnisse deutlich schlechter, so Nazzal.

Vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat empfohlen

Die Kraftstoffeinsparung ist nicht der einzige Effekt. Wer vorausschauend und defensiv unterwegs ist, reduziert die Unfallgefahr. Neuere Studien sprechen von bis zu 30 Prozent weniger Unfallschäden bei konsequenter Fahrweise. Das ist auch für Ford und viele andere ein wichtiger Grund, Allegium mit den Eco-Driving-Trainings zu beauftragen. Tarek Nazzal erläutert: „Wir haben die erforderlichen Themen, also die Stressfaktoren einerseits und die Sicherheitsfaktoren und deren effektive Nutzung andererseits, als Trainingsinhalte integriert.“ Die vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat zertifizierten Eco-Safety-Trainings werden von einigen Berufsgenossenschaften (BG) mit bis zu 75 Euro brutto bezuschusst, und mit dieser Subvention wird die Ökofahrstunde noch einmal attraktiver für einen Flottenbetreiber. Die BG muss das allerdings zuvor genehmigen.

Das Fahrertraining lässt sich zudem gut mit den Ökologieleitlinien und der Sicherheitsstrategie eines Unternehmens koppeln. Um die Nachhaltigkeit der Trainings zu steigern, sollten sie in ein Konzept eingebunden sein, das weitere Maßnahmen und vor allem eine zielführende Kommunikation im Vorfeld beinhaltet. Das Trainernetzwerk Allegium arbeitet solche individuellen Nachhaltigkeitskonzepte aus, setzt sie um und übernimmt auch die Beantragung der Zuschüsse bei den Berufsgenossenschaften.

Kontakt: Allegium – Driver Trainer Network, Tarek Nazzal, 0221-35663123, prevention–training@allegium.com, www.allegium.de

Eco-Driving-Kurse bei Ford: Direkt über den ortsansässigen Händler oder bei Ford über Dr. Wolfgang Hennig, whennig1@ford.com

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Foto: © Ford Werke GmbH

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